In Deutschland gibt es anders als in vielen europäischen Nachbarländern deutlich weniger Privatanleger als beispielsweise in Skaninavien oder im Mutterland der Aktienanlage, den Vereinigten Staaten. Der Grund liegt unter anderem darin, dass Aktien im Ausland häufig der Altersabsicherung dienen. Obwohl es hierzulande weniger Kleinanleger gibt, bevorzugen die wenigen Privatinvestoren häufig spekulative Anlageformen: Rohstoff-Aktien sind bei deutschen Zockern in den letzten Monaten immer beliebter geworden und in den USA und Kanada - häufig der Firmensitz von Rohstoff-Explorern - wird das von Deutschen investierte Geld nicht selten als “silly german money” bezeichnet.

Der Grund liegt oft darin, dass viele Anleger in Deutschland nach Empfehlungen aus Börsenbriefen handeln. Werden Unternehmen mit einer geringen Marktkapitalisierung in Massen-eMails nahezug gleichzeitig empfohlen, reicht bereits wenig Kapital aus, um den Wert einer Aktie um mehr als zehn Prozent zu steigern. Jedoch verlieren diese Wertpapiere oft schnell wieder an Wert - häufig schneller als die Papiere vorher gestiegen sind. Daher werden reißerische Empfehlungen von Aktienbriefen in der Finanz-Community immer kritischer betrachtet. Dennoch gibt es auch seriöse Herausgeber, die das Risiko für den Investor durch detaillierte Recherchen und fundierte Analysen minimieren. Zudem beschränken sich nicht alle Börsenbriefe auf hochspekulative Anlagen. Grundsätzlich gilt für die riskantere Anlage jedoch stets die altbekannte Regel, dass das Risiko mit zunehmenden Chancen steigt. Werden also in Werbeanzeigen sehr hohe Renditen ohne Risiko versprochen, sollte jeder Privatanleger hellhörig werden.

Nico Popp / 160282@gmx.net

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