Was ist das Wahrsagen?
Aberglaube, Wissenschaft oder etwas ganz anderes?

Wahrsagen ist die Möglichkeit einen Blick in die Zukunft zu probieren und hier verschiedenste Lebenssituationen vorher zu sehen. Wahrsagen ist mit einer Vielzahl von Möglichkeiten umsetzbar. Die Menschen in der Vergangenheit und Gegenwart erfinden immer wieder neue Variationen. Es gibt und gab, das Kartenlegen, das Pendeln, der Blick in die Kristallkugel, das Knochenlesen, das Wolken lesen, die Orakelbefragung, das Handlesen, den Kaffeesatz lesen und viele mehr.

Das Wahrsagen mit Karten hat sich über Jahrtausende durchsetzen können und zählt heute zu den beliebtesten Wahrsageformen. Im Begriff Kartenlegen werden verschiedene Kartendecks oder Kartenspiele genutzt und zusammen gefasst. Die Kartendecks des Tarot und Madame Lenormand sowie die Kipperkarten und Zigeunerkarten sind in der Neuzeit die mit Abstand populärsten. Kartenlegen beinhaltet zwei Aufgaben oder Funktionen. Da ist einmal der Wunsch nach dem Blick in die Zukunft, andererseits die Möglichkeit einer Person sich selbst zu erkennen und somit weiter entwickeln zu können. Jede Karte eines Kartenspiels oder Kartendecks hat eine begriffliche Bestimmung.

Zu dieser Bestimmung kommt die eigentliche Symbolik bzw. Bildsprache hinzu. Mit diesen beiden Faktoren, kann der Kartenleger in einem Gespräch, mit einer ratsuchenden Person das Unterbewusstsein des Ratsuchenden in einer bewussten Wahrnehmung darstellen. Dieses führt wiederum dazu, das diese Wahrnehmungen auf eine bestimmte Situation oder ein Erlebnis übertragbar sind und so zu einer veränderten oder vorhersagbaren Zukunft führen.

Karten sind also Hilfsmittel zu einem Zwiegespräch zwischen Unterbewusstsein und Bewusstsein. Wahrsagen hat somit nicht nur zukunftsweisende Aussagen, sondern stellt auch eine Form der Selbsterkenntnis dar.

Sven Bauer

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