Seit knapp zwei Jahren ist das OLPC (one laptop per child) Projekt in der Öffentlichkeit bekannt. Ziel der Aktion ist es, Kinder in den Schwellen- und Entwicklungsländern mit günstig produzierten Notebooks zu versorgen um ihnen so bessere Zukunftschancen zu vermitteln. Nun steht das Notebook, das am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt wird, kurz vor der Serienreife.

Das MIT ist weltweit eine der führenden Universitäten im Bereich der Technologie-Forschung. Es ist kein Zufall, dass die Idee, ein Notebook für die Armen zu entwickeln hier groß wurde. Schließlich hat das MIT als eine unter wenigen technisch orientierten Universitäten auch Fächer wie Philosophie oder Anthropologie als Schwerpunkte. Hier wird also die Technik nicht nach dem „l’ art pour l’ art - Prinzip“ verstanden, sondern als prägender Bestandteil unserer Lebenswirklichkeit.

Neben dem Ziel des günstigen Anschaffungspreises standen auch Punkte wie ein geringer Stromverbrauch und eine geringe Defektanfälligkeit im Forderungskatalog. Um das zu erreichen verzichtete man etwa auf eine Festplatte, an ihrer Stelle wird ein Flashspeicher verwendet. Ganz im Zeichen der Energieeffizienz steht auch das neu entwickelte Display. Es lässt sich bei starkem Lichteinfall auch in einen schwarz-weiss Modus umschalten.

In diesem Modus wird die Hintergrundbeleuchtung des Displays abgeschaltet, der Stromverbrauch beträgt so nur den Bruchteil eines konventionellen Notebook-Bildschirms. Als Betriebssystem kommt eine eigens von der Firma Red Hat entwickelte Linux-Variante zum Einsatz, die auf besonders geringen Energieverbrauch optimiert wurde.

Das prägende Designmerkmal der ersten Studien ist bei der aktuellen Version weggefallen. Um unabhängig vom Zugang zum Stromnetz zu sein hatte man eigentlich eine Drehkurbel mit Dynamo ans Notebook bauen wollen. An ihrer Stelle soll jetzt ein über ein Zugseil betriebener Mechanismus treten.

Florian Mayer mediasbrain (minus) kontakt (at) yahoo.de

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