Wenn vom Arganbaum, der Argan-Frucht und dem wichtigsten Erzeugnis daraus, dem Arganöl, die Rede ist, hört man entweder Superlative oder blumige Metaphern. Da ist vom Gold Marokkos die Rede oder vom gesündesten Speiseöl auf dem Globus.

Dem Öl der Arganie werden auch tatsächlich geradezu magische Eigenschaften und Wirkungen nachgesagt. Es soll die Haut glätten, verjüngen und vor Belastungen schützen. Es soll Speisen köstlich und gesund verfeinern dank der ungesättigten Fettsäuren die nirgends anders in der Konzentration auftreten.

Der Wellness-Boom bescherte daher auch den Erzeugern in Marokko eine stete Nachfrage-Steigerung. Dieser Bedarf steigt auch fortwährend in Deutschland: Fernsehsendungen und Tageszeitungen behandeln Arganbaum und Öl in Sondersendungen und ausführlichen Berichten. Die Palette der Vorteile macht aber nicht bei der Gesundheit, Kosmetik oder Wellness halt, selbst linksliberale Publikationen wie die TAZ loben das Arganöl in den Himmel: Es trage zur Emanzipation der oft in Kooperativen produzierenden Frauen Marokkos.

Last but not least folgt das Arganöl einen weiterem Trend: Dem zu biologischen Erzeugnissen. So gibt es sowohl Bio-Arganöl als auch Öle ohne besondere Zertifikate und Siegel. Letzteres ist aber potentiell mit dem billigeren Olivenöl gestreckt und sollte daher mit Vorsicht genossen werden. Das Öl vom Arganbaum ist nicht ganz billig und das zurecht, man sollte also den exklusiven Preis zahlen um die angemessene Qualität zu gewährleisten.

Leider wissen wir nicht wie lange die Goldader Marokkos uns noch erhalten bleibt: Nicht nur der steigende Bedarf, auch die Grenzen der Natur nagen an der Produktion. So ist die zunehmende Wüsten-Bildung der von der UNESCO unter Schutz gestellten Pflanze größter Feind.

Der Arganbaum wächst tatsächlich nur in seiner ökologischen Nische in Marokko. Das Gold bleibt den Berbern oder genauer gesagt den Berber-Frauen vorbehalten. Es ist bislang nicht gelungen die Arganie in andere Gebiete zu verpflanzen.

Hoffen wir, dass diese Wunder der Natur uns möglichst lange erhalten bleibt.

Theodor Schuhmacher, kleopas bei onreact.com (” bei ” mit “@” ersetzen)

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