1995 verabschiedete die Europäische Kommission, dass jeder Schüler in zwei Sprachen der Union unterrichtet sein solle. Auf dem Lissabonner Gipfel aus dem Jahr 2000 wurde die Beherrschung von (Fremd)sprachen als eine der fünf Schlüsselqualifikationen, das bedeutet nicht fachbezogene, sondern zur Lösung von Problemen behilfliche Fähigkeiten, angesehen.

Im Grunde genommen ist das Lehren von Fremdsprachen schon seit den 70er Jahren in jedem Mitgliedsstaat der Europäischen Gemeinschaft bindend. Die Meinung dass ein Kind englisch lernen sollte, also Mehrsprachigkeit gefördert werden sollte, hat sich in den meisten Ländern durchgesetzt. Ausnahme sind Irland und Großbritannien, Schottland ausgenommen.

Seit dem Jahr 1998 erlernen ungefähr alle Schüler in den Mitgliedsstaaten mindest eine Fremdsprache.
Im europäischen Durchschnitt lernen Kinder aus Europa 3 bis 4 Schulstunden während der Woche Fremdsprachen. Eigentlich beginnen die Schulen mit dem Lehren einer anderen Sprache am Schluss der Grundschule, in Malta, Luxemburg und Norwegen dagegen bereits in der ersten Klasse. Trotz des großen Unterrichtsangebots an den einzelnen Schulen können generell weniger Erwachsene eine andere Sprache als anzunehmen wäre.

Bis in die neunziger Jahre wurde die erste Fremdsprache (überwiegend Englisch) an deutschen Schulen ab der fünften Klasse, also nach Beendigung der Grundschule, gelehrt. Lediglich das Bundesland Saarland bot ab der dritten Klasse Unterricht in Französisch an. anboten Dies änderte sich jedoch, als in Hamburg mit dem Unterricht in Englisch schon ab der dritten Schulklasse gestartet wurde.
Ab dem Schuljahr 2004/2005 wird nun auch flächendeckend Unterricht in Englisch in jedem Bundesland angeboten. In 9 von 16 Bundesländern Italienisch und Französisch und Russisch in Thüringen. In Baden-Württemberg ist der Englisch-Unterricht bereits ab der ersten Klasse verpflichtend.

Lernen durch Lehren (abgekürzt LdL) ist eine besonders in Deutschland gebräuchliche Methode, zu unterrichten welche freilich in allen Fächern ausgeübt werden könnte, die sich aber grade für den Unterricht in Fremdsprachen eignet. Bei dieser Methode bringen sich die Schüler gegenseitig den Lernstoff bei.

Das Lehren von fremdartigen Sprachen kann grundlegend zwei verschiedene Ziele beabsichtigen: zum Einen die Befähigung zu vermitteln, geläufig in der anderen Sprache zu reden und auch zu schreiben, andererseits das Verständnis der literarischen Produkte in der anderen Sprache zu bekommen. Dieses ist größtenteils bei dem Unterricht der Alten Sprachen, Latein und Griechisch entscheidend, jenes zählt eher für die neueren Sprachen, wie Englisch und Französisch.

Bei Neulingen, z. B. in weitergehenden Schulen, passiert dies anfänglich eigentlich immer mit Hilfe von Lehrbüchern, welche mit simplen Texten neue Wörter und Redewendungen sowie neue (in grammatischer Hinsicht) Gesichtspunkte der Sprache präsentieren. Dieses neu Erlernte wird dann separat geübt.
Das Lehren für Fortgeschrittene hingegen besteht oft aus dem Lesen ausführlicher Inhalte und Diskussion in der jeweiligen Sprache, da das Erarbeiten aktiver sprachlicher Kompetenz im Mittelpunkt steht. Je nach Endziel handelt es sich bei den Inhalten um belegte Literatur. Oder um belegte fachbezogene Inhalte, deren Beherrschung beispielsweise in der Ausbildung von Dolmetschern und Übersetzern von Bedeutung sind.

Neben dem aktiven Sprechen und Verstehen der Fremdsprache ist hauptsächlich auch das Verständnis durch hören eine entscheidende Rolle. Dieses kann mit Hilfe auditiver Medien wie Tonbandkassetten, CDs oder durch einen Besuch im Land der zu erlernenden Fremdsprache entwickelt werden.

Ganz besonders intensiv ist der Unterricht an solchen Lehranstalten, die einen bilingualen Zweig anbieten. Hier werden neben dem eigentlichen Sprachunterricht andere Fächer (etwa Erdkunde, Geschichte, Mathematik) teilweise in der anderen Sprache unterrichtet, so dass die Schüler genötigt werden, diese Fremdsprache aktiv zu benutzen, und fachbezogene Ausdrücke begreifen lernen können.

Alexander Koch
email-kochal[ät]gmx.de-

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