Fr 11 Mai 2007
Die Frage, ob für die private Altersvorsorge Aktien oder Anleihen bevorzugt werden sollten, ist entscheidend von der Risikobereitschaft des Einzelnen, aber auch von der für den Vermögensaufbau eingeplanten Zeit abhängig.
Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, die eine feste Laufzeit und einen garantierten Nominalzins aufweisen. Die Anleihe wird zu 100% ausgegeben, am Laufzeitende erfolgt die Rückgabe der Anleihe ebenfalls zu 100%. Der Kurs richtet sich in der Zwischenzeit nach dem aktuellen Zinsniveau. Das Risiko von Anleihen ist allgemein als gering einzuschätzen. Lediglich das sogenannte Emittentenrisiko ist hier entscheidend. Sollte der Emittent Insolvenz anmelden müssen, kann das angelegte Kapital verloren gehen.
Um dieses Risiko einzuschätzen, werden Unternehmen von unabhängigen Instituten geratet. Bei einem Rating A, also sehr gut, ist die Ausfallwahrscheinlichkeit sehr gering (zum Beispiel Wertpapiere des Bundes), bei Rating D ist das Risiko hingegen sehr hoch (Staatsanleihen aus Nigeria).
Es gilt jedoch: je schlechter das Rating, desto höher ist der Zins der Anleihe. Eine alternative Möglichkeit der Kapitalanlage ist die Aktie. Sie stellt eine Beteiligung an einer Aktiengesellschaft dar, welches auch ein Mitspracherecht auf der Hauptversammlung verkörpert. Die Rendite der Aktie ist in erster Linie vom jeweiligen Unternehmenserfolg abhängig. Werden die angepeilten Ziele erreicht oder sogar übertroffen, steigt der Kurs der Aktie. Auf der anderen Seite sind auch Kursverluste möglich.
Um diese möglichst gering zu halten, sollten Anleger weniger in Einzelwerte als vielmehr in Aktienfonds investieren. Fonds haben den Vorteil, in verschiedene Aktien unterschiedlicher Branchen zu investieren. Einer der besten Anlagetipps ist die regelmäßige Investition gleichbleibender Geldbeträge in sogenannte Indexfonds. Die hierdurch erreichte Streuung können Privatanleger nur mit hohen Anlagesummen erreichen.
Da Anleger mit Aktien am wirtschaftlichen Erfolg teilhaben, wird hiermit in gewisser Weise auch die Inflation ausgeglichen. Vergleicht man die Renditen von Aktien und Anleihen über einen längeren Zeitraum miteinander, konnte die Aktie durchschnittlich bis zu 10% pro Jahr erzielen, Anleihen brachten es hingegen nur auf 3 bis 4% p.A..
Fazit: Anleger mit einem langen Anlagehorizont (über 7 Jahre) sollten in Aktien investieren, da diese Anlageform die höchsten Renditen erzielt. Auch werden Kursschwankungen in einem längeren Zeitraum ausgeglichen.
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