Girokonto ohne Mindestgeldeingang

Bei den meisten Angeboten für Girokonten wird man in der Werbung mit dem Versprechen über “kostenlose Kontoführung” oder “absolut gebührenfrei” leicht übers Ohr gehauen: die meisten Girokonten beinhalten sehr wohl Kontoführungsgebühren, und diese nicht zu knapp. Die Postbank etwa erwartet beim Postbank Girokonto, dass man tatsächlich 5,90 EUR Kontoführungsgebühren berappen soll, wenn man nicht mindestens einen Geldeingang von 1.250,- EUR vorweisen kann. Für Renter, nur halbtags beschäftigte oder Geringverdiener ist das natürlich ein Schlag ins Gesicht – da hat man schon ein geringes monatliches Einkommen und soll davon auch noch derart überzogen teure Kontoführungsgebühren bezahlen. Eigentlich unverständlich, da es tatsächlich Girokonten gibt, die eine kostenlose Kontoführung bieten ohne einen Mindestgeldeingang zu verlangen oder zumindest einen Betrag als monatlichen Geldeingang, der auch von halbtags Beschäftigten oder Rentnern erreicht werden kann.

Die Gebühren werden von den Banken augenscheinlich aus zwei Gründen erhoben: zum einen haben die Menschen mit den geringen Einkommen aus Sicht der Bank nur ein sehr begrenztes Verdienstpotential (diesen Menschen kann man kaum einen größeren Kredit zugestehen noch die goldene Kreditkarte) so dass man rein von den zu erwirtschaftenden Potentialen der monatlichen Geldeingänge die Führung des Kontos zahlen muß – und genau hier wird es problematisch. Auf der anderen Seite kann man sich einen unliebsamen Kunden von Anfang an fern halten, da die Bank bei Kunden mit bewegter finanzieller Vergangenheit immer argumentieren kann, dass es keinesfalls sichergestellt sei, dass dieser potentielle Kunde im Falle des Falles die Kontoführungsgebühren wird zahlen können.

Ein Girokonto ohne Mindestgeldeingang ist also nicht leicht zu finden, da es nur von wenigen Banken angeboten wird.