Schmerz ist ein individuelles Phänomen und beeinträchtigt den Menschen meist wesentlich mehr, als eine Bewegungseinschränkung. Da speziell die Behandlung bei Patienten mit chronischem Schmerz noch eher unbekannt ist, wird es immer wichtiger sich diesem Thema zuzuwenden, auch angesichts der Kostenexplosion. Das Gesundheitssystem verlangt mittlerweile und zu Recht nach einem höheren Stellenwert von Professionalität. Dem müssen wir entgegentreten.

So ist es zuerst einmal wichtig beim Schmerzgeschehen akuten und chronischen Schmerz zu unterscheiden. Der akute Schmerz hat in unserem Leben eine zentrale Bedeutung als Warnfunktion. Er warnt uns vor gefährlichen, lebensbedrohenden Situationen. Diese Warn- und Schutzfunktion hat beim chronischen Schmerz seine Bedeutung verloren. Stattdessen ist der Schmerz lebensbestimmend geworden und erklärt oft alle Lebensprobleme. Chronischer Schmerz ist hier als eigenständige Erkrankung zu sehen.

Bei der Erkrankung „Chronischer Schmerz“ hat sich ein interdisziplinäres, integratives Behandlungsmodell bewährt Mit ganzheitlichen Behandlungskonzepten wie z.B. die Konzentrative Bewegungstherapie, die Feldenkrais Methode, Qi Gong oder verschiedene physiotherapeutische Verfahren werden Behandlungsziele auf körperlich, geistig-seelischer und sozialer Ebene angesteuert.

Ein Schwerpunkt dieser Arbeit ist es, die Selbst- und Fremdwahrnehmung zu fördern und zu differenzieren. Wir lenken die Aufmerksamkeit des Patienten auf psycho- somatische-psychodynamische Zusammenhänge und auf das Bewegungserlebnis. So können Zusammenhänge zwischen eigenem Verhalten und Schmerzentstehung bewusst gemacht werden, es können Bewegungs- und Verhaltensmuster erkannt und gegebenenfalls verändert werden und die Freude an der Bewegung wird neu entdeckt.

Wichtig ist auch die Anleitung und Begleitung einer Gruppe. Um Autonomie und Eigenverantwortung zu fördern wird der Patient von Beginn an in die Behandlung mit einbezogen.. Das Wahrnehmen der körperlichen Prozesse wird auf den verschiedenen Ebenen verbal begleitet.

Wichtig ist unter anderem das Einbeziehen des gruppendynamischen Prozesses. Letztendlich ist aber die wertschätzende und empathische Begegnung des Therapeuten mit dem Patienten ausschlaggebend für den Erfolg einer Therapie.

Autor: Jennifer Moll

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