Inkontinent – Was tun gegen Blasenschwäche?

Wer kennt es nicht, das Gefühl, dringend auf die Toilette zu müssen? Und dies, obwohl man doch soeben dort war? Bei Menschen, die an Blasenschwäche leiden, sammeln sich Urintröpfchen oder grössere Harnmengen in der Unterhose an. Bei rund 200 Millionen Menschen auf der Welt ist die Gesundheit dahingehend angeschlagen: Sie sind inkontinent und von einer Blasenschwäche betroffen. Das Phänomen wird auch Harninkontinenz genannt, und bezeichnet einen starken, immer öfter auftretenden Urindrang. Es handelt sich zwar um keine tödliche Krankheit, hat aber aufgrund sozialer und hygienischer Probleme eine belastende Wirkung auf die Lebensqualität der Betroffenen.

Bei Menschen, die inkontinent sind, funktioniert die Muskulatur am Ende des Harngangs nicht mehr richtig. Diese übernimmt bei der Urinabgabe zwei Rollen: Während der meisten Zeit ist der Schliessmuskel für die Zurückhaltung des Urins zuständig, und dies auch bei stärkeren Belastungen wie Niesen oder Lachen: Beides hat eine belastende Auswirkung auf die Blase. Der Blasenmuskel übt bei der Urinabgabe Druck auf die Blase aus, damit sich diese entleeren kann. Dieser Mechanismus wird im normalen Zustand über die Hirnfunktion geregelt, und ist somit bewusst. Bei einer Blasenschwäche dagegen verliert der Mensch teilweise die Kontrolle über den Vorgang, da die Muskulatur dem Urindruck nicht mehr standhält.

Deshalb kann Blasenschäche durch einen systematischen Ausbau der Beckenbodenmuskulatur behandelt werden. Denn gelingt es Betroffenen, die inkontinent sind, den Schliessmuskel zu stärken, kann dieser seine Rolle als Gegendrücker wieder erfüllen und der ungewollte Harnablass klingt ab. Wer inkontinent ist hat aber die grösste Schwierigkeit, zuerst psychisch mit der Krankheit fertig zu werden. Denn vielen Menschen ist ihre Blasenschwäche extrem peinlich und sie versuchen, deren Symptome bewusst zu verdrängen. Dies geht auf die lange Dauer jedoch kaum. Deshalb lohnt es sich, frühzeitig dem Problem entgegenzuwirken, wie etwa mit Beckenbodentraining. Damit kann man dank spezieller Bewegungen die Muskeln des Beckenbodens kräftigen.

Kathrin Grieder, info(at)orgawell.ch