Therapie bei Gynäkomastie, der Vergrößerung der männlichen Brust

Wenn die männliche Brust krankheitsbedingt anschwillt und deutlich an Größe zunimmt, spricht die Medizin von Gynäkomastie. Für die Betroffenen sind diese Tatsache und die Diagnose oftmals schockierend. Doch die ästhetische Medizin kann in den meisten Fällen durch moderne Therapien Abhilfe schaffen und das Leiden beenden. 

Als Gynäkomastie wird die Zunahme von Fettgewebe oder die Vergrößerung des Drüsenkörpers der männlichen Brust bezeichnet. Oftmals handelt es sich auch um eine Kombination beider Faktoren. Verursacht wird die Gynäkomastie zum Beispiel durch Störungen des Hormonhaushaltes wie etwa einer gesteigerten Östrogen-Produktion oder einer zu geringen Testosteron-Ausschüttung. Außerdem können Schilddrüsen-Erkrankungen, Leberzirrhose oder Niereninsuffizienz die Ursache hierfür sein. Vor Aufnahme einer Therapie ist es deshalb von größter Wichtigkeit, die Gründe durch einen Spezialisten genau abklären zu lassen, da sich durchaus ernstzunehmende Erkrankungen dahinter verbergen können. 

Als mögliche Therapie kann nach Feststellung der Ursache eine Absaugung des überschüssigen Gewebes durchgeführt werden. In einigen Fällen kann es außerdem erforderlich sein, den Drüsenkörper operativ zu entfernen. 

Zu Behandlungsbeginn wird eine Lösung aus lokalen Betäubungsmittel und Kochsalz in das Brustgewebe injiziert. Dieses führt dazu, dass der Patient während der Operation keine Schmerzen erleidet und dass das Gewebe gelockert wird, um das Verletzungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Die Operation, die etwa zwei bis drei Stunden dauert, erlebt der Patient in einem Dämmerschlaf. Das Absaugen des Gewebes erfolgt auf eine schonende Methode über eine dünne Kanüle, die durch kleine Schnitte eingeführt wird. Diese Schnitte heilen nach dem Eingriff sehr gut ab und sind anschließend kaum sichtbar. 

Für die Dauer von mindestens drei Wochen muss der Patient nach der Gynäkomastie Operation ein Kompressionsmieder tragen. Dadurch sollen sich die Hautschichten wieder optimal aufeinander legen können und Schwellungen vermieden werden. Körperliche Anstrengungen sollte der Patient während dieser Erholungs- und Schonungsphase auf jeden Fall vermeiden. 

Erste Therapieerfolge einer Gynäkomastie sind bereits nach Abklingen der operationsbedingten Schwellungen bei der Nachuntersuchung sichtbar. Das endgültige Ergebnis ist jedoch erst nach mindestens vier bis sechs Wochen deutlich erkennbar.

Autor: Dr. med. Wolfgang Thriene

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