Congstar: Was steckt dahinter?

Du willst es. Du kriegst es. Seit vergangener Woche präsentiert die deutsche Telekom mit Congstar ihren neuen Billig-Anbieter im Telekommunikationsmarkt. Der Kunde kann zwischen Mobiltelefon und DSL-Angeboten wählen. Ob das Angebot wirklich so günstig und einfach wie Fast Food oder schlicht unverdaulich ist, haben wir im Folgenden genauer unter die Lupe genommen. Nach dem Baukastenprinzip kann sich der Kunde aus den verschiedenen Angeboten sein Wunschpaket zusammenstellen.

Bei dem Handy-Tarif zahlt der Kunde im Grundtarif 0,19 Cent pro Minute in jedes Netz. Genauso viel wird auch für das Abhören der Mobilbox und das Versenden von SMS verlangt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Weder monatliche Grundgebühren noch ein Mindestumsatz werden erwartet. Nachteilig ist der für den Kunden ungünstige Minutentakt. Außerdem verlangt Congstar eine Einzugsermächtigung. Das Starter-Paket schlägt mit 19,99 Euro zu Buche. Die Kündigungsfrist beträgt nur zwei Wochen und lässt so dem Kunden jederzeit die Möglichkeit den Anbieter zu wechseln. Zum Grundtarif kann der Kunde zusätzlich spezielle Flatrates ergänzen. Die Congstar-Flat kostet 4,99 und ermöglicht unbegrenztes Telefonieren von Congstar zu Congstar. Für 9,99 Euro bekommt man eine Festnetzflatrate und für noch mal 14,99 (02 und Eplus) bzw. 19,99 Euro (D1 und D2) kann man kostenlos in die verschiedenen Handynetze telefonieren. Alle Angebote kann man beliebig kombinieren. Insgesamt ist das Congstar Handy-Angebot jedoch in fast allen Kombinationen teuerer als die Wettbewerber – als Kunde sollte man hier genau vergleichen.

Neben den Handytarifen bietet Congstar auch DSL-Tarife an. Hier scheinen die Einstiegspreise für eine Internet Flatrate mit 14,99 Euro für DSL 2000 und 17,89 Euro für DSL 6000 bzw. 19,98 Euro für DSL 16000 auf den ersten Blick nicht teurer als die Angebote der Konkurrenz. Hinzu kommt noch die monatliche Anschlussgebühr der Telekom von 16,37 Euro im Monat. Doch wenn man die Telefonflatrate für 7,99 Euro hinzugebucht wird, verliert das Angebot viel von seiner Attraktivität. Die Gespräche werden nicht über einen Telefonanschluss sondern via Voice over Internet Protocol (VoIP) geführt. Für die Nutzer bedeutet das weniger Komfort und eine unter Umständen schlechtere Sprachqualität. Von den Preisen bietet Congstar auch im DSL-Bereich keine Knüllerangebote. Bei fast allen Wettbewerbern findet man gleich teure oder sogar günstigere Angebote. Der einzige Vorteil im Internetbereich liegt in der kurzen Vertragsbindung. Schon nach einem Monat kann man sich wieder von der Congstar DSL-Flatrate verabschieden falls man ein besseres Angebot findet.

Als Fazit bleibt unter dem Strich: Das Fast Food Angebot von Congstar wird den Kunden nicht die Freudentränen in die Augen treiben. Weder das Handy, noch das Internetangebot sind die derzeit günstigsten auf dem Markt. Viele Prepaidtarife sind attraktiver als die 0,19 Euro die Congstar verlangt. Trotzdem ist die Festnetz-Flatrate ein interessanter Ansatz für diese Art von Tarifen. Bei Tchibo kostet dieses Angebot momentan noch 13 Euro. Nur Kunden die eine Flatrate in alle Netze möchten und im Monat mehr als 85 Euro für Handygespräche ausgeben, können ein paar Euro sparen. Alle Bausteine zusammen kosten 84,94 Euro und somit etwas günstiger als die Base5 Flatrate von Eplus.

Tobias Röver

tobberich@web.de