Darf man Handys entsperren ?

Gesperrte Handys sind im Prepaid Bereich sehr weit verbreitet. Gerade die Netzanbieter und Provider versuchen damit, die Abwanderung von Kunden zu den Discountanbietern zu verhindern. Da die Ersparnis bei den Discountern aber derzeit recht hoch ist, sind immer mehr Kunden versucht, das Prepaid Handy entsperren zu lassen oder selber zu entsperren um das Gerät dann in einem günstigeren Tarif nutzen zu können.

Dies ist nicht unproblematisch und birgt in Deutschland einige Risiken. Erst im Jahr 2004 erklärte der Bundesgerichtshof, dass das Verkaufen entsperrter Handys ein Verstoß gegen das Markenrecht darstelle. Dass betrifft allerdings in erster Linie gewerbliche Händler,
über die Rechtmäßigkeit der Entsperrung eines eigenen Handys ist damit nichts ausgesagt.

Immerhin geht das Handy mit dem Kauf in das Eigentum des Käufers über und mit dem eigenen Eigentum kann man in der Regel tun und lassen was man möchte.

Probleme gibt es jedoch spätestens, wenn ein gesperrtes und entsperrtes Handy kaputt geht. Je nachdem auf welche Weise das Gerät entsperrt wurde, können eventuelle Garantie- oder Gewährleistungsansprüche damit verloren gehen.

In unseren Nachbarländern sieht man die ganze Problematik wesentlich entspannter. In Österreich zum Beispiel werden Handys (nicht nur Prepaid Geräte) zum größten Teil mit Simlocks ausgeliefert. Dort bieten dann Discountanbieter wie zum Beispiel Yesss! auf ihren Webseiten direkt Links und Tipps zum Handy entsperren an.

Zwar gab es auch in Österreich bereits Gerichtsprozesse deswegen, bisher konnte sich Yesss aber durchsetzen und die entsprechenden Inhalte auf der Seite lassen.

Klare Urteile zu diesem Thema fehlen in Deutschland leider noch. So ist es derzeit jedem selbst überlassen, ob er das Risiko einer Entsperrung eingeht oder nicht. Im Zweifelsfall ist es aber besser 20 oder 30 Euro mehr für ein simlockfreies Gerät zu bezahlen als nach einer fehlerhaften Entsperrung ganz ohne Handy dazustehen.

Bastian Ebert

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