iPhone: Schockt Apple die Konkurrenz?

Kurz vor dem Verkaufsstart in Amerika kann man  die weltweite Medienhysterie förmlich mit den Händen greifen.

Der Auslöser? Ein Telefon.

Nachdem Apple mit dem iPod den Markt für mobile Musikgeräte auf einen Schlag radikal verändert hat, soll ein ähnliches Bravourstück nun auch mit dem neuen iPhone gelingen. Ab 29.Juni soll das technische Wunderwerk in Amerika in den Läden stehen.  Und die ersten Fans harren schon seit Tagen vor den Läden. Doch was steckt wirklich hinter dem Hype?

Apple versucht mit dem iPhone die Grenzen zwischen Handy, Musikplayer und Internet zu verwischen. Die fast schon obligatorische Kamerafunktion ist natürlich auch integriert. Das ist an sich alles nichts Neues. Es gibt schon viele Handys die drahtlose Standards wie WLAN beherrschen und mit denen man Fotos schießen und Musik hören kann. Mit dem in Europa gängigen UMTS-Standard kann das iPhone jedoch nicht aufwarten.

Das Gerät verzückt potenzielles Kunden aber vor allem mit seiner ungewöhnlichen Bedienoberfläche.  Bedient wird es nämlich nicht über ein gewöhnliches Tastenfeld sondern über ein berührungssensitives Breitbild-Display. Am ehesten zu vergleichen mit einem Touchscreen.  Spezielle Sensoren kippen das Bild, wenn das Handy entsprechend gedreht wird, und passen die Helligkeit des Bildschirms an seine Umgebung an. Die Verbindung an einen Mac oder Windows-PC wird über ein normales USB-Kabel hergestellt.

Das Besondere an Apples neuer Kreation sind also nicht unbedingt wirkliche neue Funktionen. Es ist eher das Zusammenspiel von Design und Technik mit dem Apple seinen Konkurrenten scheinbar um eine Nasenlänge voraus ist. Ähnlich verhielt sich die Situation auch bei der Einführung des iPod. Doch der Handymarkt ist ungleich umkämpfter und gesättigter. Trotzdem bietet das iPhone einige clevere Lösungen für an sich übliche Funktionen. Vor allem die sehr einfache Navigation lässt aufhorchen.

Wo man sich früher durch undurchsichtige Menüs gekämpft hat reicht jetzt ein leichter Druck auf das Bedienfeld um zwischen den Funktionen zu wechseln. Auch das schreiben von SMS wird sich stark verändern. Weil es keine Tasten für Buchstaben gibt, müssen sich die iPhone-User daran gewöhnen, die Zeichen eine SMS auf der „virtuellen“ Bildschirm-Tastatur einzutippen.

Ob die Firma aus Kalifornien jedoch wirklich an ihren Megaerfolg anknüpfen kann und eventuell sogar zu Branchenriesen wie Nokia oder Motorola aufschließen kann bleibt fraglich.

Ein Grund dafür könnte auch die Preisgestaltung sein. Apple verlangt vom Kunden 599 Euro um das iPhone (8-Gigabyte-Variante) mit Vertragsbindung zu erwerben. Ein Preis ohne Vertragsbindung wurde bis jetzt noch nicht genannt.

Eines ist jedoch klar: Mit dem hohen Einstiegspreis richtet sich Apple also auf keinen Fall an Einsteiger oder Prepaidkunden. Inwieweit sich das iPhone weltweit durchsetzt bleibt also noch bis zum Europastart abwarten.  Apple kündigte diesen für das 4. Quartal 2007 an.

Tobias Röver   tobberich@web.de