Heizölpreise

In den ersten sechs Monaten des Jahres ist der Heizölabsatz in der Bundesrepublik Deutschland um über 40 Prozent eingebrochen. Der Grund – jeder kann sich`s denken – sind die hohen Temperaturen im vergangenen Winter.
Doch auch so haben die Heizölhändler schwer zu kämpfen. Denn auch ohne “Jahrhundertwinter” geht der Verbrauch der Ölheizungen stetig zurück. Zum einen durch eine immer weiter fortschreitende Technik (Stichwort Öl-Brennwerttechnik), zum anderen durch eine bessere Wärmedämmung der Gebäude. Der gestiegene Ölpreis hat in den letzten Jahren viele Eigenheimbesitzer in eine neue Ölheizung oder in Wärmedämmung investieren lassen. Und auch alternative Heizsysteme wie Holzpellets, Solar und Erdwärme werden bei den Verbrauchern trotz der hohen Anschaffungskosten immer beliebter.
Auch das Kaufverhalten der Kunden hat sich geändert. War der Absatz früher relativ gleichmäßig übers ganze Jahr verteilt, so wird Heizöl in den letzten Jahren aufgrund der hohen Heizölpreise gerne erst im Herbst gekauft. Die Folge sind Kapazitätsengpässe bei der Auslieferung.
Im Gegensatz zu Erdgas gibt es im Heizölmarkt obendrein seit Jahren einen harten Verdrängungswettbewerb. Wer als Heizölhändler also seine Kosten nicht im Griff hat, fährt schnell in die Verlustzone.
Man sollte also die Ölbranche nicht pauschal in einen Topf werfen. Die großen Gesellschaften wie BP/Aral, Shell oder Exxon/Mobil fahren aufgrund des hohen Ölpreises Milliardengewinne ein, während die mittelständischen Heizölhändler ums Überleben kämpfen.