Restaurieren – Ein Handwerk mit Tradition und Zukunft

In einer Wegwerfgesellschft mit Massenkonsum hat das Restaurieren einen besonderen Stellenwert. 

Schöne alte Dinge für die Zukunft bewahren ist die Aufgabe des Restaurierens, wobei die Spuren der Zeit nicht verwischt werden, sondern im Gegenteil erhalten bleiben sollen und dabei etwas von der Geschichte des Objekts erzählen. Der oberste Grundsatz dieses Handwerks ist der Respekt vor der historischen Substanz und dem Alterswert der zu restaurierenden Dinge. Trotzdem ist das Restaurieren ein modernes Handwerk, das sich immer neuer wissenschaftlicher Methoden bedient, um das bestmögliche Ziel zu erreichen.

Bevor der Restaurator ans Werk geht, muß er das Objekt eingehend untersuchen und prüfen. Erst nach dieser Analyse, die das Alter, die Materialzusammensetzung, den Erhaltungszustand und den Wert des Gegenstands ermittelt, entscheidet der Fachmann, welche Arbeiten für eine professionelle Restaurierung vonnöten sind.

Der Restaurator muss also nicht nur handwerkliche Kompetenzen aufweisen, sondern auch kunstgeschichtliche und materialkundliche Kenntnisse haben. Aus diesem Grund spezialisieren sich Restauratoren meist auf ein Fachgebiet des Restaurierens, wie z.B. Buchrestaurierung, Möbelrestaurierung oder Gemälderestaurierung. Jedes dieser Fachgebiete arbeitet mit eigenen Techniken, die im Rahmen einer Hochschulausbildung mit Praxisanteil gelernt werden können.

Die Tätigkeit des Restaurierens erfordert Geduld und Liebe zu den Dingen, gefragt sind aber auch künstlerisches Gespür und Sensibilität. Wurde in den Anfangstagen dieses Handwerks das restaurieren noch wörtlich verstanden (“restaurieren” stammt aus dem Lateinischen und bedeutet “erneuern”) und die Objekte oft dem modischen Zeitgeschmack angepasst, so legt man heute Wert auf die möglichst getreue Erhaltung des Originalzustands. “Die beste Restaurierung ist die, welche man nicht sieht” lautet daher ein Spruch unter Restauratoren.

Name: Matthias Hosse
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