Der vergessene Sinn des Webkatalogs

Webkataloge waren in den Entstehungsjahren des Internets die erste Methode, Ordnung in das Chaos einer ständig wachsenden Zahl an Webseiten zu bringen. Die ursprüngliche Idee des Webkatalogs ist, dem Nutzer über eine redaktionelle Auswahl von Webseiten ein geordnetes Verzeichnis mit hoher Qualität zu bieten. Mit dem Aufkommen der Suchmaschinen und dem Glauben an die Allmacht ihrer Suchfunktionen ist die Idee des Webkatalogs zunehmend in Vergessenheit geraten. Nur noch wenige Idealisten konnten sich noch vorstellen, dauerhaft über ein Verzeichnis einen Überblick über Millionen von Webseiten zu behalten. Doch auch im Zeitalter von Google & Co. hat die Idee des Webkatalogs nach wie vor ihre Berechtigung.

Leider wird die Ursprungsidee des Webkatalogs vor allem von einer Seite schwer beschädigt, und zwar von den Webkatalog-Betreibern selbst. Der durchschnittliche deutsche Webkatalog ist heutzutage nichts anderes mehr als eine Müllhalde von qualitativ schlechten und chaotisch angeordneten Links. Wie ist es dazu gekommen? Die Antwort ist relativ einfach: Der Traum vom schnellen Geld bei wenig Arbeit!

Die große Mehrheit der Webkataloge basiert heute auf dem easylink System. Mit diesem System kann jeder Laie schnell und einfach ein großes Grundgerüst von Kategorien aufbauen und in der Folge mit Links befüllen. Diese Arbeit wird jedoch nicht mehr von den Betreibern selbst (oder Redakteuren) gemacht, sondern auf die Nutzer übertragen. Das hat zur Folge, dass die meisten Webkataloge aus einer riesigen Zahl an Kategorien bestehen, die jedoch nur sehr wenige Links enthalten. Sehr häufig findet man sogar den Fall, dass einzelne Kategorien überhaupt keine Links aufweisen.

Noch schlechter steht es um die Qualität der meisten Kataloge, denn im Regelfall werden die von Usern gemeldeten Seiten ohne redaktionellen Check eingetragen. Auf diese Weise verkommt jeder Webkatalog innerhalb weniger Wochen zu einer unsortierten Müllhalde. Trotzdem erhoffen sich die meisten Betreiber von Webkatalogen, innerhalb kurzer Zeit interessante Werbeeinnahmen generieren zu können. Die Einsicht, dass das Geldverdienen nicht so einfach ist, führt zu einer relativ schnellen Ernüchterung. Deshalb ist in Deutschland das paradoxe Phänomen zu beobachten, dass fast alle älteren Webkataloge inzwischen verwaist sind, aber nach wie vor Woche für Woche neue Kataloge ins Netz gestellt werden.

Ein gutes Beispiel dafür, dass es auch anders geht, ist der LinkSPION. Der Webkatalog wird seit ca. 2 Jahren sukzessive von einer kleinen Redaktion aufgebaut. Inzwischen listet der Katalog die ca. 20.000 interessantesten und qualitativ hochwertigsten Webseiten Deutschlands auf über 130 Themenseiten. Selbstverständlich haben Nutzer auch die Möglichkeit, selbst Webseiten zu melden. Aufgrund des hohen Qualitätsstandards der Redaktion liegt die Aufnahmequote jedoch nur bei etwa 10%. Der LinkSPION hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein Leuchtturm innerhalb der Massen von Standard-Webkatalogen zu sein und den Nutzern eine gute Alternative zu Suchmaschinen zu bieten.

Peter Karnitschnig

info@linkspion.de