Soziale Informationsverarbeitung

Die Theorie der sozialen Informationsverarbeitung (Walther, 1992) nimmt an, dass es durch die Wahl des Mediums nicht zu einer Kommunikationsverarmung kommen muss. Es ist den Menschen demnach möglich, ihr Kommunikationsverhalten so den technischen Möglichkeiten anzupassen, dass mögliche Einschränkungen kompensiert werden.

Das Fehlen nonverbaler Kommunikation führt also nicht unbedingt zum Ausblenden der Beziehungsebene, sondern die emotionalen Aspekte der Kommunikation können anders ausgedrückt und vom Kommunikationspartner interpretiert werden. Diese Art der Kommunikation dauert in der Regel länger als in der entsprechenden Face-to-Face-Situation.

Gerade in textbasierten Kommunikationssituationen im Internet haben sich eine Reihe von Möglichkeiten ergeben, nonverbale Botschaften bewusst zu übermitteln, zum Beispiel durch den Einsatz so genannter Emoticons.

Kommunikationsstörungen sind  dennoch aus mehreren Gründen denkbar: Wenn die Kommunikationspartner die speziellen Ausdrucksformen nicht beherrschen, wenn sie kein Interesse haben sie einzusetzen, wenn sie durch soziale Normen davon abgehalten werden oder wenn die Zeit zu knapp ist, kommt ein Ausgleich der Defizite des Kommunikationsmediums nicht zustande.

Bewertend ist zu sagen, dass es im Vergleich zu Face-to-Face-Kommunikation gewagt erscheint, von einer vollständigen Kompensation auszugehen.
Dieser Text ist ein Auszug aus der Diplomarbeit des Autors, der die Seite www.unternehmen-fuehren.de betreibt. Die Diplomarbeit wurde im Jahr 2005 im Rahmen des BWL-Studiums erstellt.

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Autor: Sebastian Lugert sonderelf@web.de