Der Blindenführhund

Blinde oder in hohem Maß sehbehinderte Menschen haben es unvorstellbar schwer, sich in der modernen Welt zu Recht zu finden, vieles für Sehende Selbstverständliche stellt sie vor unüberwindbare Hindernisse. Das Grün der Ampel zu erkennen, sich generell im Straßenverkehr sicher zu orientieren, im Weg stehenden Gegenständen auszuweichen oder Türen zu öffnen sind ohne Hilfsmittel nicht denkbar. Neben dem Taststock ist der Blindenführhund nicht nur ein sozialer und in allen Lebenslagen verständnisvoller Partner des Sehbehinderten sondern auch ein Führer durch das Leben. Er gibt Mut, Hoffnung und wird zur Bezugsperson Nummer ein.

Das Entscheidende bei der Auswahl eines zukünftigen Blindenführhundes findet sich bereits im Welpenalter von etwa acht Wochen. Der hierfür geeignete Hund muss nicht nur gesund, friedfertig und intelligent sein sondern auch wesensfest und nervenstark. In der Welpenschule wird ihm bereits die besondere Fähigkeit des intelligenten Ungehorsams durch den Hundetrainer vermittelt, parallel zur Sozialisierung in so genannten Patenfamilien, die von der Welpenschule speziell ausgesucht, angeleitet und auch kontrolliert werden. In der speziellen Hundeschule für Blindenführhunde erlernt der Hund mittels verschiedener Methoden des Verhaltenstrainings nicht nur, jegliche Art von Hindernissen zu umgehen bzw. davor stehen zu bleiben sondern auch, mindestens 40 Hörzeichen zu beherrschen, wie z.B. einen Briefkasten oder auch einen freien Platz in der U-Bahn zu suchen. Nach der etwa 12-monatigen durch die Krankenkasse finanzierten Ausbildung durch den Hundetrainer und abgeschlossener Hundeschule erhöht sich diese Zahl je nach Training durch den Sehbehinderten auf bis zu 400 Hörzeichen, die dem Sehbehinderten eine individuelle Mobilität, Sicherheit und Unabhängigkeit eröffnet, die ohne den Hundegefährten undenkbar wären.

Autor Jens Kleinholz

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