Hanf – ein vielseitiger nachwachsender Rohstoff

Der Hanf wächst in nur ca. 100 Tagen zur Erntereife heran. Dabei erreicht der die beeindruckende Höhe von drei bis fünf Metern. Die Wachstumsgeschwindigkeit ist so gross, dass jeglichem Unkraut das Licht genommen wird.

In diesen einhundert Tagen kann der Hanf eine große Menge energetisch nutzbarer Biomasse generieren. Aber Hanf kann noch viel mehr als nur bloße Biomasse generieren. Die Pflanze liefert eine der reißfestesten Naturfasern überhaupt. Bei der Fasergewinnung fallen als Sekundärrohstoff die so genannten Hanfschäben an. Aus den Blüten lassen sich Medikamente und ätherische Öle für die Kosmetikindustrie gewinnen.

Die Hanfsamen liefern ein sehr hochwertiges Lebensmittel und sind die Grundlage für gesundes Hanföl, dass gegen Neurodermitis hilft und schon von den Römern gegen Herpes verwendet wurde. Hanföl ist reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (so genannte MUFS) und kann daher im Rahmen eines gesunden Ernährungsplanes wunderbar in jedes gesunde und leckere Essen integriert werden. Hanföl hat ein nussigen Geschmacksprofil und tatsächlich sind die Hanfsamen auch kleine Nüsschen (jedenfalls aus botanischer Sicht). Aufgrund seiner Inhaltsstoffe wird das Hanföl auch von der kosmetischen Industrie stark nachgefragt.

Aus den sehr reißfesten Hanffasern lassen sich modische Textilien aber vor allem auch technische Textilien produzieren, wie z.B. Geotextilien. Auch für umweltfreundliche Dämmstoffe sind die Hanffasern von großem Interesse. Aus den Hanfschäben können Faserplatten hergestellt werden aber auch Schüttdämmungen für Zwischendecken. Zudem interessieren sich Pferdezüchter stark für die Hanfschäben, weil diese kaum stauben und große Mengen Flüssigkeit aufnehmen können. Besonders hochwertige Zuchtpferde, die oft an Allergien leiden, werden gern auf Hanfschäben gehalten. Aufgrund der beschriebenen Nachfragestruktur wundert es wenig, dass das Interesse am Hanf in den letzten Jahren ständig angestiegen ist.

Klaus-Martin Meyer

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