Do 15 Mai 2008
“The Windy City” (Die windige Stadt), so nennen die Amerikaner eine der größten Städte der USA - Chicago.
Mit vielen verschiedenen Kulturen, einer beeindruckenden Skyline, dem Lake Michigan und dem nahe gelegenen Navy Pear hatte ich mich nach nicht einmal drei Tagen dort bereits in die Stadt verliebt. Zu viele faszinierende Eindrücke habe ich jeden Tag bekommen. Ich konnte gar nicht alles richtig und schnell genug verarbeiten.
Nicht umsonst wird Chicago die “Windige Stadt” genannt. Es ist immer windig und man muss an manchen Tagen schon aufpassen nicht weggeblasen zu werden. Allerdings kommt der Ausdruck “The Windy City” nicht vom Wind der ständig aus Richtung des Lake Michigan her weht, sondern hat politische Hintergründe.
Mein bisher einziger Eindruck von Chicago, war der sehr verwirrende Flughafen. Ist man einmal aus dem Flughafen draussen, beginnt eine völlig neue Welt. Alles ist dabei, schöne Vororte, die armen Gegenden und die riesige Innenstadt mit ihrer tollen Architektur und Kultur.
Von O´Haire aus fuhren wir mit dem Taxi in die Stadt. Die einkaufsmöglichkeiten schon Ausserhalb der Skyline waren beeindruckend. Viele tolle Geschäfte, Einkaufsmals und natürlich Restaurants wo man nur hinsieht. (Mit dem Bus kann man übrigens für nur 2 Dollar fast überall hinkommen, vorausgesetzt natürlich man erwischt die richtige Linie und kennt sich etwas aus.)
Als wir näher zum Zentrum Chicagos kamen, wurden meine Augen immer größer. Der Eindruck den die vielen Wolkenkratzer und die Menschenmassen hinterließen war gegantisch. Der “Water Tower”, ein riesiges Einkaufszentrum, der “Sears Tower”, der das höchste Gebäude der USA ist, und vieles mehr, zogen mich in ihren Bann. Leider ist Einkaufen in Chicago sehr teuer. Nur beim Gedanken daran, für eine Schachtel Zigaretten fast 9 Dollar zu zahlen graut es mir.
Ich hatte Glück, da ich mit einem Einheimischen dort war, der mir günstige Möglichkeiten zeigte, wo ich Einkaufen gehen konnte. Für mich wichtig waren Läden wie “The Alley”, da ich ein großer Metal und Rock Fan bin. In diesem Laden fand ich doch einige Outfits die mir gut gefielen. Auch die Preise waren absolut in Ordnung. Ich schätze der Laden wäre nicht jeder Manns Geschmack, doch mal reinschnuppern kann niemandem schaden.
Je näher wir dem “Lake Michigan” kamen, desto windiger wurde es. Es störte uns wenig da es sehr heiß war und die frische Brise die vom See aus wehte sehr gut tat. Als ich denn See dann vor mir hatte boot sich mir ein wohl einzigartiges Bild. Vor mir dieser riesengroße See und sobald ich mich herumdrehte die Wolkenkratzer von Chicago.
Der “Lake Michigan” ist mit einer Größe von 57.800 qm der zweitgrößte See der USA. Als einziger der fünf Seen liegt er vollständig in den USA. Ein schön angelegter Weg führte uns ein Stück den See entlang, aus der Chicago heraus und zum “Navy Pear”. Der “Navy Pear” hat mit einem Kinder Museum, dem Shakespear Theater, einem Minigolf-Kurs, einem Karussell mit 36 handbemalten Tieren und einer von Chicagos größten Atraktionen, dem Riesenrad mit einer Höhe von 45,72 m und 40 Gondeln, von dem aus wir die Stadt in der Abenddämmerung genießen konnten, viel zu bieten.
Viele Souvenier- und Fahrgeschäfte bringen wohl für jeden Geschmack etwas auf. Wer nicht unbedingt laufen, aber auch nicht mit dem Auto fahren möchte, hat die Möglichkeit ein Boots Taxi zu nehmen. Auf der Fahrt wird ein wenig der Geschichte Chicagos und der See erklärt.
Das Nachtleben Chicagos ist für jeden Party-Fan ab einem alter von 21 Jahren (vorher gibts dort keinen Alkohol) ein absolutes MUSS! Viele Kneipen und Clubs säumen die Seiten der Straßen und laden ein, eine Kneipentour zu machen. Die Getränke sind meist ziemlich gut gemischt und für uns brauchte es nicht lange um angeheitert zu sein. Ich rate jedoch, wenn ihr dann all zu betrunken seid, steigt nicht in ein Taxi ein, die fahren wie die Wahnsinnigen! Schlimmer wie jede Frau!, würden die Männer sagen.
Da wir Metal und Punk Fans sind, wurde ich natürlich in Clubs dieser Art gebracht. Das “Neos” auf North Clark Street, ist ein Gothick und Metal Club. Gut aufgebaut, klein und gemütlich - ein reiner Szene-Club in dem Mann auffällt wenn man nicht rein schwarz anzieht. Der Eintritt kostet 5 Dollar. Leider sind die Getränke sehr teuer. Mein absoluter Favorit aus den vielen Kneipen und Clubs Chicagos ist das “Exit”. Das “Exit Chicago” besteht aus zwei Stockwerken, ist unter der Woche aber nur auf einem Stock geöffnet.
Neben der Musik, hauptsächlich gespielt werden Punk, Rock und Havy Metal, gefiel mir die Einrichtung. Unter anderem drei alte Motorräder standen vor uns, die in so einem Club/Kneipe schon etwas her machten. Ich weiss nicht ob es daran lag, weil meine Freunde den Barkeeper kannten, aber unsere Getränke füllten sich ständig wie von alleine und waren sehr, sehr gut gemischt. Ab 21.00 Uhr bis 0400 Uhr und Samstags bis 0500 Uhr konnten wir hier feiern bis der Arzt kam. Viel Spaß und gute Laune ware immer garantiert. Viele Spezials werden auch geboten, allerdings muss man wohl ein Liebhaber der Szene für einige davon sein.
Natürlich hat auch Chicago seine Schattenseiten. So schön das Herz Chicagos und der “Navy Pear” auch sind, sieht man doch deutlich die Unterschiede zwischen Arm und Reich in der Millionen-Stadt. Dadurch dass ich Freunde besuchen waren, die in dieser Stadt leben, habe ich zwar alle Attraktionen der Stadt gesehen, allerdings auch das “Ghetto” oder wie man dort sagt die “Subburbs” Chicagos. Als wir so im Taxi saßen um von den Pears in Richtung der alten Nachbarschaft meines Freundes zu fahren, bemerkte ich zunehmend den enormen Unterschied.
Die Häuser wurden schäbiger und kleiner. Die Straßen wurden schlechter und waren nicht mehr so gut beleuchtet. Ausserdem viel mir auf, dass sehr viele Polizeiwagen in der Gegend fuhren. Vom prunkvollen und glitzernden Ansehen Chicagos war dort nichts zu spüren. Eine Einsicht der Bewohner dieser Stadt, die man als Tourist wohl sonst nicht oder nur wenig mitbekommt. Trotzdem ist Chicago wohl meine neue Traumstadt. Aus allen Städten die ich vorher in den USA besucht hatte, hat Chicago den bleibenden Eindruck hinterlassen.
Auch der Wechsel des Wetters ist vielleicht nicht Jedermanns Sache. Einen Tag war es heiß, den nächsten dann sehr kalt. Dementsprechend war auch der Wind, an den warmen Tagen war auch der Wind warm und and den kalten Tagen dann sehr kalt, was die Lage teilweise etwas ungemütlich machte. Ebenso gibt es keinen richtigen Frühling oder Herbst wie bei uns in Deutschland. Der Winter geht sofort in den Sommer über und umgedreht.
Ich persönlich bin absolut in diese Stadt verliebt und werde mit Sicherheit wieder hinfliegen. Chicago hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ebenfalls möchte ich mir das nächste Mal gerne New York anschauen - denn wie schon im Ich war noch niemals in New York - Musical besungen, muss dies auch eine super schöne und sehenswerte Stadt sein.
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