Mi 25 Okt 2006
Jamaika ist die drittgrößte Insel der große Antillen. Die 1494 von Christopher Columbus entdeckte Karibikinsel wurde im frühen 16. Jahrhundert von den Spaniern besiedelt. Die indianischen Ureinwohner die jahrhundertelang auf Jamaika gelebt hatten, wurden als Arbeitsklaven mißbraucht und durch eingeschleppte europäische Krankheiten langsam ausgerottet. Sie wurden schnell durch billige Arbeitssklaven aus Afrika ersetzt.
1655 wurde Jamaika von den Engländern besetzt, die auf der Insel eine Plantagenwirtschaft mit Zuckerrohr, Kaffee und Kakao aufbauten. Nach mehr als 200 Jahren Sklavenhandel und vielen blutigen Aufständen wurde die Sklaverei 1834 abgeschafft. Viele der befreiten Sklaven betrieben daraufhin Landwirtschaft zur Eigenversorgung.
Im Laufe der Zeit wurde Jamaika immer unabhängiger von Großbritannien und 1958 wurde zusammen mit anderen Karibikstaaten die Westindische Föderation gegründet. Seit dem Austritt aus der Föderation im Jahre 1962 ist Jamaika ein unabhängiger Staat.
Die sich in den 70er Jahren verschlechternde wirtschaftliche Lage führte zu vermehrter Kriminalität und der Bildung von kriminellen Vereinigungen. 1966 mußte in Kingston auf Grund von Bandenkriegen der Notstand ausgerufen werden. Die anfangs politisch motivierten und finanzierten Banden entwickelten sich im Laufe der folgenden Jahre zu organisierten Netzwerken von international agierenden Drogenschmugglern und Geldwäschern. Trotz der anhaltend hohen Kriminalität und Gewalt in vielen Teilen der Insel sind abgelegene Ortschaften und Touristengebiete relativ sicher. So ist der Tourismus auf Jamaika mittlerweile einer der wichtigsten Wirtschaftszweige.
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