Geschichte der Ölmalerei

Erste Erwähnungen vom Öl in maltechnischen Gebrauch datieren zurück ins 8. Jahrhundert. In überlieferten Manuskripten eines Mönches sind einige Rezepte für ölgebundene Farben auf Papier erhalten. Auch in Rechnungsbelegen aus dem 13. bzw. 14. Jahrhundert lassen sich erste Malöle für Dekoration belegen. Spezielle Zusammensetzungen für Ölfarben kann man aber erst viel später nachweisen.

Die Technik der Ölmalerei kam im 15. Jahrhundert nach Italien und wurde durch dortige Künstler sehr schnell verbreitet und verbessert. In Venedig, wo die hohe Luftfeuchtigkeit die Freskomalerei zusätzlich erschwerte, bedeuteten die vielseitige Einsetzbarkeit der Ölfarben und die Verbreitung der leicht zu transportierenden Leinwand einen wichtigen Fortschritt. Es wird vermutet, dass das gestalterisches Darstellungsstreben nach der Wiedergabe der sichtbaren Welt an unterschiedlichen Orten der Welt vollkommen unabhängig voneinander zur Entwicklung des Verfahrens der Ölmalerei führte.

Das Kunsthandwerk der Ölmalerei wurde dann im 17. Jahrhundert zur höchsten Vollkommenheit gebracht. Die flämischen Maler van Rijn und Rubens waren die Urväter einer Vielzahl von nachfolgenden malerischen Handschriften der Barockmalerei.

Rubens arbeitete nicht nur mit Holztafeln sondern auch der Leinwand als Malgrund, wobei er dafür unterschiedliche Grundierungen zum Einsatz brachte. Ebenfalls malte er auch auf glattem Kreidegrund, den er mit Ölen imprägnierte. Detailreiche Skizzen von ihm existieren nicht, da er die Komposition direkt und mit flüssiger Farbe auftrug. Seine Methode unterschied sich von früher angewendeten Techniken in der Verwendung von dunklem Untergrund und in der Umkehr des Malvorgangs, in dem er von dünnen dunklen nach dick aufgetragenen hellen Farben arbeitete. Es ist nachgewiesen, sich beim Malen neben Rubens ein Terpentingefäß befand, in welches er den Pinsel desöfteren eintauchte, um die Farbe zu verdünnen oder sie wieder streichfähig zu machen. Dies ist der erste dokumentarische Hinweis auf Terpentin als Verdünnungsmittel und belegt die Vielfalt der Pinselschrift dieses großen Malers. 

Bernhard Heß

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