In der heutigen Sahara tragen die dort lebenden Menschen keinen Piercingschmuck mehr.
Aber anhand von Funden prähistorischer Artefakte, ist bekannt, dass im Neolithikum Piercing in dieser Region neben Steinperlenketten und Armreifen ein sehr beliebter Schmuck waren.

Es wird davon ausgegangen, dass sie nicht nur der Verschönerung dienten, sondern auch über den sozialen Status und Stammeszughörigkeit des Trägers Auskunft gaben.

Neben Bergkristall, Chalcedon, Jaspis und Karneol wurde besonders oft Quartz verwendet.
Es wurden Steine mit auffälligen Mustern bevorzugt. Diese wurden von spezialisierten Handwerkern sehr sorgfältig bearbeitet und waren auf Grund der sehr langwierigen Herstellung in der damaligen Gesellschaft mit Sicherheit von hohem Wert.

Die Formenvielfalt war sehr groß, aber man fand neben einer Reihe von Fantasieformen vor allem: „Nägel“,“Stifte“,“Walzen“,“Zylinder“,und „Oliven“. Nägel und Stäbe waren vor allem im Süden der Sahara verbreitet, wobei Oliven eher in der mauretanischen Sahara gefunden wurden.

Nägel und Stifte wurden sowohl im Ohr wie auch im durchbohrtem Nasenseptum getragen.
Walzen wurden wohl ausschliesslich im gedehnten Ohrläppchen getragen, dass mit Hilfe der Zylinder über einen langen Zeitraum geweitet wurde.

Hierzu wurde das Ohrloch immer wieder mit Tier oder Planzenfett eingerieben und der Steinzylinder dann täglich immer weiter hineingedreht, bis die gewünschte Lochgrösse erreicht war. Oliven“ wurden vor allem als Lippenpflöcke genutzt.

Heute noch werden im Süden des Sudans „Oliven“ als Lippenpflöcke getragen, die sich von ihren steinzeitlichen „Vorfahren“ nicht unterscheiden.
Autor:

A.Frikell
information@schmuckrausch.de

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