Fr 25 Mai 2007
Unter Almosenscheinen oder auch Bettlergeld bzw. Wohlfartscheine genannt versteht man eine bestimmte Art von Notgeld, das in Österreich in der Zeit von 1930-1935 ausgegeben wurde.
Da es in dieser Zeit sowohl eine große Anzahl an Bedürftigen aber auch ein großes Problem mit erwerbsmäßiger Bettlerei gab, versuchten einige Gemeinden das Problem in Eigenregie in den Griff zu bekommen und gaben Bettlergeld aus. Diese einfach produzierten, auf Papier gedruckten Scheine wurden statt Bargeld an die Bedürftigen verteilt und lauteten auf einen bestimmten Betrag bzw. verbrieften das Recht auf eine bestimmte Menge an Waren.
Der Vorteil: Das Geld konnte nur in einem bestimmen Ort eingelöst werden und blieb dem Ort somit erhalten und die Bettler wurden beim Einlösen der Scheine registriert - womit sich gewerbsmäßige Bettler oft ganz vertreiben ließen.
Das Sammeln von Bettlergeld ist ein Randgebiet des Notgeld sammelns und wird nur von wenigen Sammlern betrieben. Aufgrund des Fehlens von Literatur sind derzeit keine zuverlässigen Informationen über den Wert einzelner Stücke vorhanden. Das schreckt viele Sammler ab ist aber andererseits auch eine Möglichkeit das eine oder andere extrem seltene Stück zum Spotpreis zu bekommen. Man wird sehen wie sich dieses Sammelgebiet in Zukunft weiter entwickelt.
Johann Kodnar
little_joh@hotmail.com
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