Geschichte des Pokerspiels

Kartenspiele wurden vermutlich schon sehr früh gespielt. So wurden in China im 13. Jahrhundert bereits Spielkarten verwendet. Das erste bekannte Spiel mit Glücksspielcharakter dürfte das aus Ägypten stammende Spiel Ganjifa sein.

Obwohl der Ursprung von Poker nicht ganz geklärt ist, nimmt man weithin an, dass es sich aus dem persischen Kartenspiel As Nas entwickelt hat, welches Verwandtschaft mit dem heutigen Poker aufweist. Denn zum ersten Mal gab es hier Unterschiede in den Kartenwerten und -kombinationen. Dieses aus dem 16. Jahrhundert stammende Spiel mit 25 Karten und 5 Farben ähnelt in gewisser Weise dem heutigen 5 Card Stud Poker. Es gab auch schon mit heutigen Pokerspielen vergleichbare Rangfolgen und Werte.

Im 14. Jahrhundert gelangten diese Spiele nach Europa und wurden weiter entwickelt. In Spanien entwickelte sich daraus das Kartenspiel Primero, was man als einen direkten Vorläufer des heutigen Poker ansehen kann. In Deutschland nannte man eine Variante davon Poch, in Frankreich Poque. Die Wörter Poch und Poque leiten sich vom deutschen Verb pochen ab, die englische Form to poke wurde schließlich im Laufe der Zeit zu Poker.

Die heutige Form des Pokerns ist eine Erfindung von französischen Siedlern in Amerika zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Gespielt wurde es damals mit vier Spielern und mit einem Deck aus 20 Karten. In den folgenden Jahrzehnten breitete sich das Spiel im ganzen Land aus, die ersten Pokerprofis waren allerdings meist Falschspieler.

In der Zeit des amerikanischen Bürgerkrieges 1861-1865 spielte man bereits mit einem Kartendeck aus 52 Karten. In dieser Zeit kamen als Kartenkombination die Straight und der Flush hinzu und es entwickelten sich andere Pokervarianten wie Five Card Stud und Five Card Draw.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde dann eine neue Form des Pokerns erfunden mit dem Namen Wild Widow. Diese Pokerart ist die erste Form des heutigen Texas Hold’em. Zum ersten Mal wurde eine Gemeinschaftskarte verwendet, damals gab es allerdings nur eine einzige. Erst in den nächsten Jahren kam es zu der Entwicklung zum heutigen Texas Holdem mit fünf Gemeinschaftskarten.

Bis in die beginnenden 70er Jahre galt Poker als reines Glücksspiel. Erst als mit der WSOP regelmäßige Pokerturniere ausgetragen wurden, wandelte sich das Image vom Glücks- zum Strategiespiel.

Die technischen Möglichkeiten des Internets revolutionierte das Pokerspiel und Poker erlebte den größten Boom seiner Geschichte. Die Zahl der Pokerspieler war noch nie so hoch und die Spielerzahlen sind online immer noch steil im Steigen begriffen.

Mark Miller
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