Technisierung des Radsports

Wie in vielen Sportarten hat auch im Radrennsport die Technisierung längst Einzug gehalten. Kein professionelles oder semi-professionelles Radsportteam kommt ohne technische Hilfsmittel aus.

Alle Teams verfügen über verschiedene Messgeräte, die die Fitness oder die Leistung des Athlets messen und somit Rückschlüsse auf die aktuelle Form des Radfahrers erlauben. Außerden können aus den gewonnenen Daten gezielt Trainingspläne erstellt werden, die optimal auf den Fahrer zugeschnitten sind. Ein guter Messwert ist die Wattleistung des Radfahrers, also die Kraft, mit der auf die Pedale getreten wird. Dieser Wert ist nicht durch äußere Einflüsse verwässert, sondern misst die tatsächliche Leistung, die am Rad ankommt.

Der ehemalige schweizer Radprofi Toni Rominger hat beispielweise bei seinem Stundenweltrekord 1994 etwa 480 Watt Leistung auf die Pedale gebracht. Dies ist schon ein bemerkenswerter Wert, wenn man bedenkt, dass mit der entstehenden Energie problemlos zwei bis drei Einfamilienhäuser mit beleuchtet werden können. Desweiteren verfügen alle Teams mit Herzfrequenz- und Blutdruckmessgeräte, um die Fittness bzw. der körperlichen Zustand des Radfahrers bestimmen zu können. Ärzte können auf Basis dieser Werte unterschiedliche Nahrungsergänzungsmittel empfehlen, die dem Athleten zu besseren Leistungen verhelfen.

Dabei ist natürlich darauf zu achten, keine unerlaubten, leistungssteigernden Mittel zu verabreichen. Mittlerweile gibt es Anbieter, die Messsysteme für Radfahrer entwickeln und in Serie herstellen. Der eindeutige Marktführer sind die SRM-Systeme, die die wichtigsten Leistungsdaten des Rennrads bzw. eines Radfahrers erfassen und zusätzlich Software enthält, die Messdaten auswertet und grafisch aufbereitet.

Unterm Strich lässt sich sagen, dass der gezielte Einsatz von aktueller Technologie im Radrennsport zu verbesserten Leistungen der Athleten führen kann, ohne auf Dopingmittel zurückgreifen zu müssen.