Di 24 Jul 2007
Das Bild, das aktuell Tommy Haas abgibt, könnte
exemplarisch für Verfassung seiner Sportart sein, mit der der
gebürtige Hamburger sein Geld verdient. Gerade hatte er beim
Turnier in Wimbledon das Achtelfinale erreicht, wäre dort auf
den Weltranglisten-Ersten Roger Federer getroffen, als ihm eine
Verletzung an der Bauchmuskulatur einen Strich durch die Rechnung
machte. Er musste das Match absagen.
Das dies nur eine Randnotiz auf den Sportseiten der Gazetten
füllt, hat sich der Tennissport
in den letzten Jahren selbst zuzuschreiben. Mittlerweile, so zeigt es
eine aktuelle Studie von Sport + Markt, die nach den beliebtesten
TV-Sportarten der Deutschen fragte, ist der „weiße
Sport“ auf den achten Rang in der Liste abgestürzt.
Gerade einmal 15 Prozent interessieren sich noch dafür, was
die Herren Haas und Kiefer so auf der Tour zu Stande bringen. Eine
Sportart befindet sich auf Talfahrt, ein Ende ist nicht abzusehen. Die
einzigen Tennisspieler mit Format, eben Haas und Nicolas Kiefer, sind
ständig verletzt und dazu schon 30 Jahre alt. Sie
können die Sportart kaum noch retten, konnten das auch trotz
passabler Ergebnisse im letzten Jahrzehnt nicht. Nachfolger eines Boris
Becker waren beide nicht, neue Namen sind nicht in Sicht.
Im TV ist Tennis längst zu einer Randsportart geworden und
wird lediglich von den Spartenkanälen DSF und Eurosport
übertragen. Anfang der 90er-Jahre sah dies noch ganz anders
aus. Die Filzball-Ikonen waren auf Augenhöhe mit der
Nationalsportart Fußball. Hätte es zum damaligen
Zeitpunkt schon die Vermarktungschancen wie heute, etwa das Online-Shopping,
gegeben, wäre Tennis in neue Dimensionen
vorgestoßen. Aktuell fehlt es jedoch an nationalen Stars und
eine Besserung ist nicht in Sicht.
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