Wettprognosen

Wer sich schon einige Zeit etwas näher mit Sportwetten beschäftigt hat, der wird erkannt haben, dass der Weg zum dauerhaften Erfolg nur über eine systematische Vorgehensweise führt. Einfach so Wetten „aus dem Bauch heraus“ auszuwählen bringt zwar etwas Spannung, führt über kurz oder lang lediglich zu unnötigen Verlusten.

Um in der Lage zu sein den Kampf mit den Wettanbietern aufzunehmen benötigt man ein gut funktionierendes Prognosesystem. Damit ist gemeint, dass man im Idealfall selber Wettquoten für Spielereignisse berechnet und diese dann mit den Quoten der Buchmacher vergleicht. Sind die Buchmacherquoten höher als die selbst errechneten, dann muss dies ausgenutzt werden. Der wesentliche Knackpunkt ist, dass nur wenige in der Lage sind wirklich genaue Wettquoten zu berechnen. Ein gut funktionierendes Prognosesystem erfordert eine lange Entwicklungszeit und das ständige Testen und Verbessern der eigenen Einschätzung gehört zur täglichen Routine. Die größte Schwierigkeit besteht jedenfalls nicht darin möglichst viele Einflussfaktoren zu berücksichtigen sondern diese richtig zu gewichten. Geht man beispielsweise von der Prognose für ein Fußballspiel aus, dann könnte man unter anderem Form, Platzverhältnisse, Stärke des Heimvorteils, Langzeit- vs. Kurzzeitstatistik, Verletzte, Stimmung im Umfeld etc. zur Bewertung heranziehen. Die Liste der möglichen Einflussfaktoren ist beinahe unendlich. Die Kunst besteht nun allerdings darin nur die signifikant relevanten Faktoren in die Bewertung mit einzubeziehen und eine Gewichtung vorzunehmen, die es erlaubt eine möglichst realitätsnahe Prognose abzugeben.

Üblicherweise erfolgt die Gewichtung immer in Prozent. Es macht natürlich wenig Sinn, einen möglichen Heimvorteil mit z.B. 80% in die Gesamtbewertung mit einzuberechnen und die restlichen Faktoren auf die verbliebenen 20% aufzuteilen. Abgesehen davon wird man nach ausführlichen Tests zur Erkenntnis kommen, dass ein Prognosesystem nicht für alle Fußballligen gleich gut geeignet ist; so ist beispielsweise die relative Anzahl der Unentschieden-Partien in der französischen zweiten Liga um einiges höher als in etwa in der ersten deutschen Bundesliga.

Man muss sich jedenfalls darüber im Klaren sein, dass der Weg zu einem guten und genauen Prognosesystem durchaus steinig sein kann, die Mühe sich schlussendlich jedoch rechnet. Wettanbieter haben – im Gegensatz zu Wettern – mit einigen Restriktionen zu kämpfen. So sind sie beispielsweise durch den Trend, dass viele Wetter scheinbar blind auf Favoriten setzen, dazu gezwungen Außenseiterquoten zu überhöhten Preisen anzubieten um das gesamte Buch im Gleichgewicht zu halten. Insofern ist es durchaus lohnend zu Beginn mehrere Prognosesysteme zu entwickeln und nach und nach das am besten funktionierende herauszufiltern und schlussendlich dieses dann zu perfektionieren.