Die griechische Sporaden-Insel Rhodos, am südöstlichen Rand des Ägäischen Meeres in Sichtweite der türkischen Küste gelegen, hat sich in den letzten 40 Jahren zu einem begehrten Reiseziel vieler Urlauber entwickelt.

Dabei sind es die vielen Gegensätze, die Rhodos so reizvoll machen, so daß die Insel den verschiedensten Urlaubswünschen gerecht werden kann. Rhodos’ Ostküste bietet meist flach abfallende Strände (größtenteils Sandstrände), ein ruhiges Meer ohne hohe Wellen und ist deswegen für Badeurlauber, vor allem für Familien mit kleinen Kindern, gut geeignet.

Im Sommer ist es hier aber immer noch ein paar Grade wärmer als an Rhodos’ Nord- und Westküste, die dem Meltemi, einem heftigen Wind aus dem Norden, ausgesetzt ist. Der Meltemi sorgt an der Westküste aber auch für höhere Wellen und eine stärkere Brandung. Ein Mekka für Windsurfer ist Prasonisi an der Südwestspitze von Rhodos. Die Hauptstadt Rhodos liegt an der Nordspitze der Insel und ist Wohnort etwa der Hälfte der 125.000 Rhodier.

Die Stadt Rhodos mit ihren geschichtlichen Zeugnissen aus 3000 Jahren ist Hauptattraktion der Insel: die Akropolis aus dem griechisches Altertum, die Bauwerke aus der byzantinischen Zeit, die mächtige Stadtmauer und der Großmeisterpalast der Johanniter, die Moscheen aus der fast 400-jährigen Besetzung durch das Osmanische Reich. Auch die Italiener haben in ihrer 35-jährigen Kolonialherrschaft Rhodos ihren Stempel aufgedrückt, etwa durch die Errichtung des Neuen Marktes am Mandraki-Hafen oder des Kreuzweges auf dem Berg Filerimos. Die Altstadt von Rhodos mit den engen Gassen, den Moscheen, Basaren und Tavernen versprüht mediterranen Charme und orientalisches Flair.

Dazu steht in krassem Gegensatz die italienisch geprägte Neustadt mit den Einkaufsstraßen, Imbißbuden, Nachtclubs und Bars. Anhänger von Nachtleben und Discolärm kommen in Rhodos’ Neustadt auf ihre Kosten wie auch in der Partymeile von Faliraki, die im Hochsommer überwiegend von trinkfreudigen Engländern bevölkert wird. Die Spuren der Geschichte sind aber nicht nur in der Stadt Rhodos sichtbar, sondern auch in anderen Orten der Insel, etwa in Lindos und Ialyssos: Nirgendwo sonst liegen Bauwerke aller Epochen dichter beieinander als auf dem Berg Filerimos.

Andererseits gibt es auf Rhodos auch geschichtslose Orte wie das einstige Fischerdorf Faliraki, das erst durch seine Hotel-Hochhäuser und die Partymeile bekannt wurde. Die gebirgige Insel-Innere von Rhodos ist eher karg bewachsen. Andererseits gibt es wasserreiche Täler mit üppiger Vegetation wie etwa das Tal der Schmetterlinge oder das Tal der sieben Quellen. Wer der Betriebsamkeit von Rhodos-Stadt entfliehen will und als Urlauber vor allem Ruhe und Einsamkeit sucht, findet in den kleinen Dörfern des Gebirges Profitis Ilias ein passendes Quartier und kann sich auf langen Wanderungen erholen.

Was viele Urlauber übersehen: Die Rhodier leben nicht nur vom Tourismus, sondern bauen auch Wein, Oliven, Zitrusfrüchte und Gemüse an und betreiben Fischfang. Auf Rhodos ist reichlich Wasser vorhanden, und die Sonne scheint an mehr als 300 Tagen jährlich. Die Gegensätze sind es, die Rhodos’ Vielfalt ausmachen. Gösta Thomas, rhodos-bilder@franken-online.de

 

 

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