Was passiert in einem Schadensfall?

Ist ein Schadensereignis eingetreten, ist jeder Versicherungsnehmer verpflichtet gegenüber seiner Kfz Versicherung vollständige und wahrheitsgemäße Angaben zu machen. Wenn ein Versicherungsnehmer gegenüber seiner Kfz Versicherung falsche Angaben gemacht hat, läuft er Gefahr seinen Versicherungsschutz zu verlieren.

Falls sich der Sachverhalt so darstellt, dass ein Versicherungsnehmer zwar gegenüber seiner Kfz-Versicherung richtige Angaben gemacht hat, aber wegen des Schadensereignisses gegen ihn ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, so dürfen die Akten der Versicherung als Beweismittel verwendet werden.

Dem Versicherungsnehmer nutzt es dann auch nicht mehr, wenn er vor Gericht zu der Sache schweigt. Allein die Angaben, die er gegenüber der Versicherung gemacht hat, reichen dann für eine eventuell Verurteilung aus. Ein Versicherungsnehmer hat seine Versicherung über einen erlassenen Strafbefehl sofort zu informieren, das gehört zur Obligenheit.

Wird gegen einen Versicherungsnehmer nach einem Schadensereignis ermittelt, so geht es dabei in der Regel um dessen falsches Verhalten im Straßenverkehr. Sollten Menschen dabei zu Schaden gekommen sein, geht es in der Regel um den Vorwurf der fahrlässigen Tötung und um Schadenersatzansprüche, die die Opfer an den Angeklagten stellen. Es handelt sich dabei um so genannte Strafverfahren.

Unabhängig davon ob und in welchem Maße es in einem Strafverfahren zu einer Verurteilung kommt, gegenüber einem Geschädigten ist die gegnerische Versicherung stets einstandspflichtig, wenn ein begründeter Anspruch besteht. Der Geschädigte hat einen so genannten Direktanspruch.

Das heißt der Geschädigte kann Schadensersatzansprüche nicht nur gegen den Halter eines Kraftfahrzeugs geltend machen, sondern auch direkt gegenüber der Haftpflichtversicherung eines Unfallgegners.

Wird ein Versicherungsnehmer dann rechtsgültig verurteilt, macht die Versicherung einen Teil, bzw. den gesamten an den Geschädigten bezahlten Betrag gegen den Versicherungsnehmer geltend.

Sabrina Fries
sabrina.fries@googlemail.com